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Kinderoper Dortmund( Das Märchen vom Märchen im Märchen )

Zur Premiere kamen leider kaum türkische Kinder. Schade, sie hätten Spaß gehabt an der traditionellen Musik ihrer Heimat, die die Geschichte von Kemal Kurt auf der türkischen Laute Baglama und der Hirtenflöte Kaval (Imam Yildirim), Klavier und Schlagwerk (Michael Hönes) illustrierte.

Mit wenigen Mitteln und viel Temperament der Darsteller (vor allem von Erzähler Haydar Zorlu) bringt Regisseur Ali Jalaly das Märchen vom Jungen Mahmut, der als Ausländer in einem türkischen Dorf König wird, auf die Bühne, die eine Wüstenlandschaft ist. Die Temperaturen, die in so einer Landschaft herrschen, waren fürs Publikum nachfühlbar.

Ein Basar auf der Videoleinwand

Basarszenen entstehen auf einer Videowand, ein Vogel (Angela Bic) tiriliert türkische Lieder im Publikum und rettet den Jungen im Schattenspiel aus einer Höhle. Cenk Eroglu (13) spielt den Mahmut als patenten Jungen, der die Kinder begeistert. Im Handumdrehen wird er vom Vogel auserwählt, König zu werden, muss dann aber noch die Welt und die Sterne erkunden. Da wird die Geschichte für Kinder zu unübersichtlich.

Musiktheater verbindet die Kulturen

Hübsch ist das Musiktheater, wenn es Kulturen verbindet - in der türkischen Variante von "Weißt Du, wie viel Sternlein stehen", in den Liedern des Vogels, die Angela Bic charmant singt, und in der Begleitung. Das spielt Korrepetitor Michael Hönes auch Geige und auch unter einem Tuch versteckt Klavier. "Nichts geht wirklich verloren", ist eine Botschaft der Oper. Sie sorgt dafür, dass türkische Tradition nicht verloren geht.

Ruhr Nachrichten, 27.09.2009

Uraufführung in Kinderoper, Das Märchen vom Märchen der Kulturen

Ein Zaubervogel, ein Schatz und sogar eine Königswahl - märchenhafter kann die Begegnung der Kulturen kaum sein.

Verschiedene Kulturen zusammenbringen

"Die Idee ist es, verschiedene Kulturen zusammenzubringen", erklärt Chefdramaturg Dr. Klaus Angermann das Projekt, das sozusagen ein Pilot ist: Schon in der Musik bringt der musikalische Leiter Michael Hönes türkische und westliche Musik zusammen, erklingen Klavier und Baglama nebeneinander. Und auch im Gesang von Angela Bic und der Erzählung Haydar Zorlus tauchen türkische Einsprengsek auf. "Das geht fließend ineinander. Man hat nie das Gefühl, ein Klischee würde bedient", erklärt Ausstatterin Anna Hörling.

Die Begegnung beider Kulturen ist das Thema, an dem Regisseur Ali Jalaly schon lange feilt: "Alle Beteiligten haben mit so viel Liebe an dem Projekt gearbeitet", sagt er über die Proben, "heute war ich an ein paar Stellen fast den Tränen nah."

WAZ, 16.09.2009

Theaterstück will Kulturen zueinander bringen

Verschiedene Kulturen zuein-ander bringen - das ist das Ziel der ersten Produktion in der Kinderoper in der neuen Spielzeit: "Das Märchen vom Märchen im Märchen"

Musiktheater-Chefdramaturg Dr. Klaus Angermann hat die gleichnamige Erzählung von Kemal Kurt als Grundlage für ein 50-Minuten-Stück genommen, das sich an Kinder zwischen fünf und elf Jahren richtet. Im Mittelpunkt steht der Junge Mahmut, der von dem 13-jährigen Schüler der Gesamtschule Gartenstadt, Cenk Eroglu, gespielt wird.

Vogel hat besondere Rolle

Er wird in einer Höhle eingeschlossen, doch ein Vogel rettet ihn. Dieser Vogel (gespielt und gesungen von der Sopranistin Angela Bic) hat auch für den weiteren Verlauf der Geschichte Bedeutung. So setzt er sich zum Beispiel auf den Kopf des Jungen, um dem Volk zu signalisieren, dass er der neue König ist.

Immer passiert in diesem Stück, in dem auch ein Erzähler vorkommt (Haydar Zorlu), etwas Unvermutetes, und am Ende steht die Aussage: ?Nichts im Leben geht etwas wirklich verloren.? Musikalisch verbindet diese Produktion traditionelle türkische Lieder mit westlichen Einflüssen. Imam Yldirim und Michael Hönes spielen Baglama, Kaval, aber auch Klavier. Ali Jalaly, der im Fletch Bizzel kürzlich ?Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran? inszenierte, hat die Regie übernommen.

Regisseur lobt das klasse Bühnenbild

Er sei begeistert darüber, mit welchem Engagement und mit welcher Liebe die Beteiligten bei der Sache seien. Das Bühnenbild erinnert an eine Wüstenlandschaft irgendwo im Orient. Mit Projektionen entstehen ein Haus oder ein Markt. Auch Schattenspiele, wie sie oft in orientalischen Theatern eingesetzt werden, sind zu sehen.

Mit dieser Produktion möchte das Theater auch die vielen Dortmunder Kinder mit Migrationshintergrund ansprechen. Sprache ist jedoch Deutsch, so dass auch alle anderen Kinder ihren Spaß haben sollten.

Ruhr Nachrichten, 16. September 2009

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