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Giftiges Versöhnungstreffen
Zwei Ehepaare treffen sich zu Friedensverhandlungen in der Wohnung des einen Paars, weil sich ihre elfjährigen Söhne geprügelt haben. Bruno, dem Sohn der Gastgeber, wurden dabei zwei Schneidezähne ausgeschlagen. Politiksachbuch-Autorin Veronique und ihr Mann wollen aus der Verletzung ihres Sohnes kein großes Drama machen. "Der Gott des Gemetzels" ist ein Bürgerkrieg, der im Wohnzimmer stattfindet. Es ist ein Stück über sich brutal prügelnde Schüler und die Streitereien ihrer Eltern. Es ist eine slapstickhafte Eheschlacht. Mit seiner Inszenierung am Schauspielhaus Teheran beweist Ali Jalaly, dass in jedem ein Tier steckt. Es ist merkwürdig, dass sich Witz und Abgründigkeit so verbinden können, dass aus ihrer Parallelität Bilder unseres nachmodernen Daseins entspringen.
Vier Stühle, viele zerstreute Bücher, zwei Blumenvasen und ein großes Bild von einem afrikanischen Kind ist das Arrangement, in das Ali Jalaly vier hervorragende Starschauspieler hineinsetzt. Das ist ein absurdes und gleichzeitig starkes Bild: Ein hungerndes afrikanisches Kind beobachtet das ganze Geschehen auf der Bühne und merkt was für Leute sich mit ihm solidarisieren. Begeistert erzählt Elham Paveh Nejad von ihrem Engagement für die Opfer des Völkermords im afrikanischen Darfur, und wenn sie dann später selber ausflippt und ihrem Mann (Hajir Azad) eins auf den Kopf gibt, dann wissen wir: Darfur ist überall, die Totschläger sind mitten unter uns, besser gesagt, in uns. Wir Menschen sind schon ein rohes, mitleidloses Pack. Die Zuschauer schreien vor Lachen, viele lachen so sehr, dass ihnen die Tränen über die Wangen rinnen. Das ist Komödienbrüller des Jahres. Der Spaß des Publikums basiert auf reiner Schadenfreude und gruselseligem Wiedererkennen eigener Beziehungskatastrophen. Wer einen leichten und doch interessanten Theaterabend erleben möchte, mit der großen Chance, sich gleichsam ohne böse Hintergedanken über sich selbst zu amüsieren, sollte sich Yasmina Rezas "Der Gott des Gemetzels" in der Inszenierung von Ali Jalaly ansehen. Gegenwartstheater - punktgenau auf die Bühne gebracht. Unbedingt sehenswertes.

Jaame jam online
Theatersensation
Jalalys Inszenierung von Rezas neuem Stück "Der Gott des Gemetzels" thematisiert offene und versteckte Gewalt. Es zeigt zwei Ehepaare bei einer slapstickhaften Eheschlacht (Kampf jeder gegen jeden) – und erweist sich bei der Premiere als eine zum Brüllen komischer Groteske… Höflich und kultiviert beraten die vier, was wohl pädagogisch zu unternehmen sei. Dabei legen beide Paare viel Wert auf ihr zivilisiertes Verhalten. Nach und nach eskaliert das gesittete und betont höfliche Gespräch bei Kaffee und Kuchen, verbale Gefechte und aggressive Vorwürfe nehmen zu und die Beteiligten offenbaren ihr wahres Gesicht. Jalaly, der jedes Jahr die iranischen Zuschauer mit seinen Inszenierungen begeistert, beweist es noch einmal, dass er ein sorgfältiger, humorvoller, psychologisch geradezu detailverrückter Regisseur ist… Der Spaß des Publikums basiert auf reiner Schadenfreude und gruselseligem Wiedererkennen eigener Beziehungskatastrophen. Die Premiere war ein Erfolg, wie auch der Schlussapplaus des Publikums zeigte, weil Regie und Schauspieler (mit viel Energie, Dynamik und Selbstironie) offensichtlich hervorragende Teamarbeit leisteten.

Teheraner Tageszeitung Etemaad

Johlende Zuschauer - Schauspieler in Topform
Bei der Premiere wurde gebrüllt, geknutscht, gesoffen und geschlagen. Die Aufführung fängt spröde und fast statuarisch an aber dann laufen die Schauspieler zu großer, Slapstick vernarrter Form auf, rutschen durch Kuchenreste und Blumenwasser. Die Bühne (4 Stühle 8 Bündel Bücherstapel und Zwei Blumenvasen und ein riesiges Bild von einem afrikanischen Kind) ist ein kühl stilisiertes Schickimicki-Wohnzimmer.

Iran Theater
Wenn die Menschen die Masken des Anstands fallen lassen
Klatschend, johlend und glucksend zappeln die Zuschauer in ihren Stühlen. Der Teheraner "Gott des Gemetzels" ist eine heitere Sensation des internationalen Theaterfestivals Fajr. Häufig und laut lachte das Premierenpublikum über die ätzenden Dialoge der beiden Paare, die in selbst zerstörerischer Atemlosigkeit und auf der Suche nach immer neuen Allianzen immer weiter abdrifteten vom ursprünglichen Ziel ihres Zusammentreffens.

Teheraner Tageszeitung Hamshahri
Einer gegen alle, alle gegen einer
Rhytmisches Klatschen und lang anhaltender Beifall belohnten die Darsteller beim Schlussapplaus nach der erfolgreichen Premiere von „Der Gott des Gemetzels“. Die Zuschauer erlebten einen Blick hinter die Fassade der feinen Bürgerschicht, bei der nicht immer alles so gesittet zugeht wie es scheint. Eine unterhaltsame und schlagfertige Gesellschafts- und Beziehungssatire, die zwischen Drama und Komödie balanciert. Ali Jalaly hat das Stück für die Teheraner Bühne inszeniert und mit den vier Darstellern ein wahrlich unterhaltsames Theatervergnügen geschaffen. Mal kämpft Ehepaar gegen Ehepaar, mal verbünden sich die Männer gegen die Frauen oder die Partner beschimpfen sich gegenseitig.

Iran Theater
Einer gegen alle, alle gegen einer
Rhytmisches Klatschen und lang anhaltender Beifall belohnten die Darsteller beim Schlussapplaus nach der erfolgreichen Premiere von „Der Gott des Gemetzels“. Die Zuschauer erlebten einen Blick hinter die Fassade der feinen Bürgerschicht, bei der nicht immer alles so gesittet zugeht wie es scheint. Eine unterhaltsame und schlagfertige Gesellschafts- und Beziehungssatire, die zwischen Drama und Komödie balanciert. Ali Jalaly hat das Stück für die Teheraner Bühne inszeniert und mit den vier Darstellern ein wahrlich unterhaltsames Theatervergnügen geschaffen. Mal kämpft Ehepaar gegen Ehepaar, mal verbünden sich die Männer gegen die Frauen oder die Partner beschimpfen sich gegenseitig.

Iran Theater
Die Kunst des zivilisierten Umgangs
Der Sprachwitz verbindet sich mit Ausblicken in die Abgründe des Lebens, und beides geht eine Synthese ein, in der Komik und Ernst auf parallele Weise existieren. Mit feinem Gespür deckt die Autorin die subtile Gewalt auf, die in den so genannten "zivilisierten" westlichen Gesellschaften herrscht. Jalaly ist es mit seiner Inszenierung gelungen, Rezas feinsinnige Kulturkritik sichtbar zu machen. Lang anhaltender rhythmischer Applaus.
Tageszeitung Jawaan