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DIE WELLE


Theaterstück von Reinhold Tritt nach einem Experiment
von Ron Jones über faschistoides Denken und Handeln

Regie: Ali Jalaly
Bühnenbild: Peter Busmann
Textfassung: Oliver Binder und Ali Jalaly Ensemble
Marketing: Karsten Schönwald
Grafikmotiv: Raika Jalaly

Mit: Janina Burgmer, Philipp Danne, Julie Feeß,
Björn Gödde, Adam Hildenberg, Jan Philipp Peters

"Wie konnten die Menschen damals so etwas zulassen?", so lautete die Frage einer Schülerin, nachdem im Unterricht ein Dokumentationsfilm über die Gräuel des NS-Staats gezeigt wurde. Für den damaligen Lehrer, Ron Jones, war diese Frage Anlass für einen Selbstversuch. Er initiierte an einer amerikanischen High School in den 60ziger Jahren eine Bewegung namens "Die Welle" und war selber davon überrascht, wie bereitwillig sich die Schüler manipulieren ließen. Was als harmloser Unterrichtsversuch begann, entwickelte eine solche Dynamik, dass schließlich Ausgrenzung, Bedrohung von Minderheiten und Andersdenkenden bis hin zur ideologisierten Gewaltanwendung den Schulalltag bestimmten.

   
  Dass solche Ausschreitungen jedoch nicht der Vergangenheit angehören, zeigte dieser Tage wieder "der Gewaltexzess gegen acht Inder im sächsischen Mügeln", der "parteiübergreifend einen Sturm der Entrüstung ausgelöst und die Debatte über Rechtsextremismus ... neu entfacht" hat (http://www.n-tv.de/841603.html).

Seit Anfang August haben die Proben zum neusten Projekt des Ali Jalaly Ensembles begonnen. Auch diesmal thematisiert Jalaly, bekannt durch seine politisch engagierte Theaterarbeit, aktuelles Zeitgeschehen. Zeigt die Handlung der "Welle" doch auf ebenso einfache, wie eindrucksvolle Weise diejenigen Wirkungsmechanismen, deren sich die Manipulationsmaschinerie im Großen wie im Kleinen bedient. Allein das Instrumentarium der Ideologisierung ist heutzutage subtiler geworden, bezieht sich mehr aufs Individuum, denn auf die Masse; aufgrund dessen sich die Bühne hervorragend dazu eignet, um solche Verfahrensweisen nachzuzeichnen.

 
   
 

Auch für Schüler dürfte dieses Projekt von Interesse sein, da Jugendliche noch kein festes Weltbild entwickelt haben und deswegen anfällig sind für Manipulationen jeglicher Art. Sich dieser Anfälligkeit bewusst zu werden, wäre, sozusagen, als pädagogischer Ansatz des Projekts zu bezeichnen. Um Jugendlichen die Identifikation mit dem Bühnengeschehen zu vereinfachen, arbeitet Jalaly diesmal mit einem jungen Ensemble. Für das Bühnenbild verantwortlich zeichnet der namhafte Architekt Peter Busmann.

Die Premiere findet am 21.11.07 um 19.30 Uhr im Kölner Theater Tiefrot statt, gefolgt von weiteren Aufführungen en suite bis zum 02.12.07 jeweils um 19.30 Uhr. Sonntags ausschließlich um 16.00 Uhr. Vormittags für Schulen auf Anfrage. Anschließend soll die Produktion in Bildungseinrichtungen (Schulen, Jugendzentren usw.) gastieren. Auch 2008 soll "Die Welle" den Spielplan des Theaters Tiefrot bereichern.

 
   
 

In Kooperation mit dem Ravensburger Buchverlag erhält jeder Freikartengewinner als Bonus ein Exemplar des Romans "Die Welle" von Morton Rhue. Zudem wird zu jeder Vorstellung ein Exemplar des Romans unter den Zuschauern verlost.

Die Produktion wird gefördert vom Ministerpräsidenten des Landes NRW und vom Kulturamt der Stadt Köln.

 
   
  Bewusst hat der seit 23 Jahren in Deutschland lebende iranischer Regisseur Ali Jalaly eine Truppe von fünf Jugendlichen für dieses Stück ausgewählt. Umso glaubwürdiger zappeln sie über die Bühne des Theaters Tiefrot.
An der Umsetzung dieses Stückes überzeugt am Meisten die Körpersprache der jungen Spieler: Quirlig undiszipliniert am Anfang, werden sie allmählich zu dumpfen Marionetten: so illustriert die Handlung nicht nur den Inhalt der Dokumentarfilme über Nazis, die im Hintergrund laufen. Bedrückend gespielt ist die Rolle eines schüchternen Schülers. Als der Lehrer das Experiment beendet, hatte dieser Neonazi sich gerade zum härtesten Verfechter der "Welle" aufgeschwungen. Gelungenes Lehrstück gegen Rechtsextremismus.
Kölner Stadt Anzeiger
 
  Mitläufer kann jeder werden
Das auf einem realen Experiment … beruhende Stück, das als Buch, Film, Hörspiel und auf der Bühne Furore gemacht hat, ist immer noch Brandaktuell … Jalaly hat das Kunststück fertig gebracht, das Vielpersonen-Stück auf sechs Protagonisten herunter zu streichen, ohne ihm seine Kraft zu nehmen. Zur Glaubwürdigkeit der Inszenierung trägt auch das aus jungen unverbrauchten Gesichtern bestehende Ensemble bei, das präzise geführt mit engagierte Spielfreude agiert. Wenn die Akteure dem Zuschauer am Ende ihr "Welle"-Banner in die Hand drücken, kann man nichts anders, als mitzuschwenken bis das plötzlich auf der Videoleinwand erscheinende Bild Hitlers einen erschreckt innehalten lässt. Filmaufnahmen der Gräueln der Jetztzeit schießen im von Star-Architekt entworfenen, funktional-sparsamen Bühnenbild den Kreis. Begeisterter Applaus im wieder einmal proppenvollen Theater.
Kölnischer Rundschau
 
  … Die Auflösung der Individualität zugunsten von Gruppenidentität Thematisiert Regisseur Jalaly anhand des aktuellen Zeitgeschehens: Das solche Ausschreitungen jedoch nicht der Vergangenheit angehören, zeigte der Gewaltexzess gegen acht Inder im sächsischem Mügeln.
Stadt Revue
 
  Neue Termine:

Montag 19.05.08 bis Donnerstag 22.05.08 um 19:30 Uhr

Zwischen dem 19.05 und 23.05. und 26.05 bis 27.05 geben wir für Schulklassen in der Zeit von 10-16 Uhr gerne eine Sondervorstellung (Dauer ca. 70 min.).
Da sich die Anfragen zunehmend häufen, empfehlen wir Ihnen eine zeitnahe Vorbestellung.

Vorbestellungen auf Anfrage per Email unter:
leitung@alijalaly-ensemble.de
oder per Telefon unter: 0178 77 47 48 6

Theater Tiefrot
Dagobert Straße 32
50677 Köln
Tel.: 0221 4600911 oder 0178 77 47 48 6

 
   
   
 
Zur Veröffentlichung freigegeben am 04.09.07
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